Eigentlich sollte die Eröffnung des Pfadfindermuseums mit Artefakten aus 50 Jahren Stammesgeschichte der DPSG Wendelstein das Jubiläumslager „Nachts im Pfadfindermuseum“ eine Woche einleiten, die die letzten fünf Jahrzehnte widerspiegelt. Doch kaum sollte das Hauptstück der Sammlung – die Stammeskluft – enthüllt werden, ist sie verschwunden. Schaffen es die angeheuerten Detektive, mit der Unterstützung der Kinder, die Kluft rechtzeitig zum Besuchstag am darauffolgenden Samstag zurückzuholen? Wer hat die Kluft überhaupt gestohlen? Und warum sollte man das tun? 

Es ist Sonntag, der 02.08.2026 und am Allersberger Bahnhof herrscht reges Treiben. Kinder aller Altersstufen (von Wölflingen ab 6 Jahren bis Rover um die 18 Jahre), ihre Eltern und Leiter treffen sich dort, um zum Stammeslager 2026 in Tapfheim aufzubrechen. Die Eltern fahren natürlich nicht mit, aber eine dicke Umarmung und das Winken, wenn der Zug den Bahnhof verlässt, lässt sich niemand entgehen. So startet die Reise mit dem Zug erst nach Ingolstadt und von dort in Richtung Tapfheim. Alle sind aufgeregt, was die kommende Woche wohl alles mit sich bringen wird. In Tapfheim, wird das Gepäck der Kinder abgeholt und der Weg zum Zeltplatz zu Fuß angetreten. 

Am Zeltplatz angekommen, werden die Zelte aufgebaut und nachdem auch der letzte Hering eingeschlagen und die letzte Schnur abgespannt ist, geht es für die erste Badepause direkt an die Badestelle. Der Zeltplatz ist nämlich direkt am See gelegen und der Weg zur Badestelle beträgt kaum 100 Meter.  

Nach dem Abendessen steht auch schon das Highlight des heutigen Tages an – die Eröffnung des eigens kuratierten Pfadfindermuseums. Ausstellungsstücke aus 50 Jahren Stammesgeschichte, die vor Allem auf allerlei Zeltlager zurückblicken lassen, sind dort ausgestellt. Ein Objekt aber, bildet den Mittelpunkt der Ausstellung – die Stammeskluft mit einem beeindruckenden Muster aus verschiedenen Aufnähern am Rücken. Diese soll heute enthüllt werden. 

Feierlich, mit sprudelnden Getränken und einer großen roten Schleife, wird das Museum eröffnet. Die Kinder können die Ausstellungsstücke bewundern, über alte Fotos lachen und auf die Enthüllung der Kluft warten. Diese ist nämlich noch durch ein Tuch verhüllt.
Jetzt ist es endlich so weit; das Tuch wird entfernt und der Schock ist groß – die Kluft ist weg!  

Wie kann das passieren? Wurde sie etwa gestohlen? Wer würde denn in ein solches Museum einbrechen und etwas stehlen?  

Alle wissen – für diesen Fall kommen nur zwei Ermittler in Frage: Oberkommissarin Jane Agatha Stubert mit ihrem Hund Justus Jonas und Unterkommissar Klaus Peter Haller. Die Kinder müssen nicht lange nach den Detektiven rufen, dann sind sie auch schon vor Ort, um den Tatort zu sichern. Damit der Tatort nicht noch weiter verunreinigt wird, senden Stubert und Haller die Kinder aus dem Museum, sperren den Tatort ab und begeben sich auf Spurensuche. Die Eröffnungsgäste lassen, nachdem der erste Schock vorüber ist, den Abend am Lagerfeuer klingen. 

Nach der ersten Nacht werden die Kinder am Morgen von den Detektiven besucht, die – nachdem ihre Tarnung aufgeflogen ist – einige ihrer Erkenntnisse der Spurensicherung teilen.  

Es wurde ein grauer Faden gefunden – der Täter muss also ein Leiter sein. Damit die Suche nach dem Dieb schneller geht, sollen die Kinder bei den Ermittlungen helfen können. Also werden am Vormittag in Workshops verschiedene Fähigkeiten, wie Fingerabdrücke analysieren, Geheimschriften, Geräuschanalyse, Beobachtungsgabe und Logik trainiert und in diesem Zuge auch ein Detektivausweis für jeden Teilnehmer ausgestellt. 

Das Wetter muss genutzt werden und eine Abkühlung tut jedem gut, weshalb es nach dem Mittagessen wieder an den See geht.  

Wieder zurück auf dem Zeltplatz ist es Zeit einige Lagerbauten aufzustellen, denn die nasse Wäsche will getrocknet, Hängematten aufgehängt, eine Müllstation gebaut und ein Ermittlungsbrett erstellt werden. Also teilen sich die Kinder in Gruppen auf und knoten, hämmern, bauen und basteln bis alle benötigten Stationen stehen. 

Während des Abendessens wird klar „Heute Nacht passiert etwas Besonderes!“. Die Ausstellungsstücke im Museum werden lebendig und können eventuell berichten, was sie in der Zeit des Diebstahls gesehen haben. Also werden die Figuren im Rahmen einer Nachtwanderung zu ihren Beobachtungen befragt. Pfadfindergründer BP, Robin Hood, Miraculix, der Kardinal der drei Musketiere, Obelix und der Stammesälteste konnten bei der Hinweissuche nicht behilflich sein. Allerdings hat Tine Wittler eine aufregende Beobachtung gemacht, die sie sich sofort notiert hat – zur Sicherheit natürlich in Geheimschrift, die im Anschluss an den Erhalt der Notiz noch entschlüsselt werden muss. Anscheinend kann der Täter sehr laut pfeifen und ist ein Rechtshänder.   

Dienstagmorgen startet der Tag nach dem Frühstück mit weiteren Ermittlungen, die die getarnten Detektive in Auftrag geben. Weitere Hinweise und Spuren sollen im Rahmen eines Geländespiels zusammengetragen werden. Unter Anderem wird hier eine Interview-Aufzeichnung während der Vorbereitungen zur Eröffnung gefunden, die alle Mitglieder der Küche entlastet. Sie können die Stammeskluft nicht gestohlen haben. 

Außerdem wird ein zerrissener Kassenzettel gefunden, der nur vom Täter stammen kann. Auf Anraten der Detektive ist klar, dass der Kreis der Verdächtigen nur kleiner werden kann, wenn die eingekauften Zutaten verkocht werden. Hier können dann diejenigen ausgeschlossen werden, die mindestens eine der Zutaten nicht essen wollen, da sie diese Zutat niemals kaufen würden. 

Gesagt, getan. Es werden also Gerichte geplant und Einkaufslisten geschrieben. Nach der Mittagspause und einer großen Wasserschlacht auf dem Zeltplatz wird groß aufgekocht. Verschiedene Gerichte, von Nudeln über Stockbrot bis hin zu Pfannkuchen, köcheln an den Kochstellen. Und nach dem Essen steht fest: „Die Detektive hatten Recht!“ Es konnten wieder Leiter als Verdächtige ausgeschlossen werden. 

Der Mittwoch bricht über dem Zeltplatz an und die Detektive teilen eine spannende Erkenntnis mit. „Die Stammeskluft soll an einen Sammler verkauft werden, aber wir können ihn stellen und uns so die Kluft wiederholen!“
Da die Übergabe in Donauwörth stattfinden soll, werden schnell alle Rucksäcke gepackt und der Weg in Richtung Bahnhof angetreten. In Donauwörth werden zwei Strategien verfolgt, um den Mister X zu stellen. Ein Teil der Kinder versucht, mit der Übergabe von Schmuggelgeld die Identität des Sammlers herauszufinden, während der andere Teil als Polizisten getarnt auf diesem Weg versucht den Sammler zu enttarnen.  

Am Ende sind es die Schmuggler, die Mister X fassen und ihm einen Hinweis entlocken können. Der Dieb hat ihn zwar in einem Puzzle verschlüsselt, aber bei dessen Lösung stellt sich heraus, dass es sich bei dem Täter um einen Mann handelt. Der Verdächtigtenkreis zieht sich zusammen. 

Der übrige Tag wird mit Baden am See verbracht und am Abend versammelt sich das Lager, um in einer kleinen Andacht über Spuren nachzudenken, die gesucht, aber auch hinterlassen werden können. Nicht nur in der Umwelt, sondern auch in den Menschen. 

Am Donnerstag startet der Zeltplatz ruhig in den Tag. Die einzelnen Stufen unternehmen Dinge für sich und dazu gehört auch ein gemütlicher Morgen. Von den Detektiven ist heute ebenfalls nichts zu hören oder zu sehen.  

Die Wölflinge verbringen den Tag bei einer Kinderstadtführung in Donauwörth und danach auf einem großen Spielplatz, während die Jupfis die Boulderhalle erobern. Gleichzeitig genießen die jungen Pfadis den Tag am See, und die alten Pfadis schippern mit dem Kanu über die Donau. Die Rover zieht es weiter weg – sie erkunden Augsburg. 

Überraschenderweise konnte auch an diesem Tag wieder ein Hinweis zu Tage befördert werden: ein Fußabdruck. Nach genauer Untersuchung steht fest, dass der Täter große Füße haben muss. Dieser Hinweis verringert den Kreis der Verdächtigen nun auf drei Personen. Einer von ihnen muss die Stammeskluft gestohlen haben. Ob der Täter morgen enttarnt werden kann? 

Freitagmorgen tauchen nicht nur die Detektive aus dem See, sondern auch ein Schreiben des Täters auf: „Liebe Pfadfinder, ich bin der Dieb der Kluft. Sie soll echten Pfadfindern gehören & ihr habt mich beeindruckt! Wenn ihr den Georgslauf heute noch richtig gut löst, verrate ich euch das Versteck! Gut Pfad!“ 

Die Kluft ist nun zum Greifen nahe und damit machen sich alle auf, die Stationen und Aufgaben des Georgslaufs rund um den See zu bewältigen. Dabei sind unter anderem ein Wassertransport, eine Hindernisüberwindung mit Einschränkungen, ein Bälle-Labyrinth oder ein heißer Draht zu bespielen. Glücklicherweise werden genug Hinweise erspielt, die in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt, das Versteck verraten. „Basketballkorb“ – dort muss die Kluft also versteckt sein. Nach einer kurzen Suche wird sie tatsächlich gefunden, aber eine Frage bleibt. Wer ist der Dieb? Wer hat die Kluft gestohlen?  

Bei genauerer Untersuchung der Stammeskluft fällt nicht nur das beeindruckende Rückenmuster auf, sondern auch eine Seite des Urschreis aus einer Tasche. Das muss das Lieblingslied des Täters sein. Und siehe da; kaum beginnt das Lied zu spielen, kann sich eine Person kaum zurückhalten. Basti B. – ein Leiter aus einem befreundeten Stamm. Aber warum hat er die Kluft denn nun gestohlen? Mit dieser Frage konfrontiert, gibt er zu, dass er die Kluft entwendet hat, um zum Stamm Wendelstein dazuzugehören. Im Nachhinein sei ihm aufgefallen, dass es nicht die beste Idee war, etwas zu stehlen, aber der Zeitpunkt die Kluft zurückzugeben war verstrichen. Deshalb hat er mit Hinweisen zu sich selbst geführt. Von dieser Ehrlichkeit überzeugt, wird ihm schnell vergeben und zur Versöhnung und Lösung des Falls, erhält jeder einen Aufnäher für das Zeltlager. 

Am Nachmittag bekommt das Zeltlager Besuch. Die Rettungshundestaffel des BRK kommt auf den Zeltplatz und zeigt ihre Arbeit. Dabei wird die Tätigkeit an sich erklärt, die Arbeit mit den Hunden besprochen und auch mit den Tieren gezeigt. Ein spannender Einblick, in einen Bereich, den man nicht alle Tage sieht. 

Da das Wiederfinden der Kluft auf den ausgehängten Fahndungsplakaten mit einer großen Party als Finderlohn ausgeschrieben wurde, schmeißen sich für den Abend alle in Schale und die Kinderdisco nimmt Fahrt auf. Passend dazu werden auch Knicklichter und Kinder-Cocktails ausgegeben. Begeistert darüber, dass der Fall gelöst und das Museum für den morgigen Besuchstag wieder vollständig ist, feiern alle ausgelassen in und vor den Aufenthaltszelten. 

Und nun ist er da – der Besuchstag der Eltern auf dem Zeltplatz. Vormittags werden die Zelte aufgeräumt und während die Kinder nach dem Aufräumen am See planschen, bereiten die Leiter die Stationen für den Nachmittag vor. 

Kaum ist das Mittagessen vorbei, kommt die Nachricht, dass die Besucher fast vor Ort sind. Also stellen sich alle in einem Spalier auf und warten gespannt auf die Eltern, Geschwister und Freunde. Diese lassen auch nicht lang auf sich warten und alle begrüßen ihre Gäste mit einem großen Hallo. Nach einer kurzen Ansprache der Stavos, Mona und Josh, und dem Kopf der Tagesplanung, Simon, entsteht auf dem Zeltplatz ein buntes Treiben. An manchen Ecken des Platzes wird gebastelt (z.B. Geschirrtücher mit Siebdruck, Knoten oder Brotzeitbretter), an anderen Ecken wird über dem Feuer gekocht oder Lieder gesungen. Wieder an anderen Ecken kann gespielt oder an einer Wasserschlacht teilgenommen werden. Wer den ganzen Zeltplatz sehen und auch einen kurzen Einblick in einen Tag auf dem Zeltlager erhalten will, kann an einer Führung über den Zeltplatz teilnehmen. Auch das Pfadfindermuseum mit der wiederbeschafften Kluft kann besichtigt werden.  

Kaum hat der Nachmittag begonnen, ist er auch schon wieder vorüber. Die Küche tischt das Abendessen auf.  

Danach wird in Zeltlagermanier abgespült und das Abendprogramm vorbereitet. Hier heißt es heute „Klein gegen Groß gegen Groß“. Grüpplinge treten gegen ihre Leiter und gegen zufällig ausgewählte Gäste in kleinen Minispielen an. Auch der Lagersong wird gemeinsam gesungen und die Pfadfinderfreunde überreichen ein Geburtstagsgeschenk. Nach einem knappen Sieg für die Gäste war es auch bereits Zeit, „Auf Wiedersehen“ zu sagen und sich auf die Heimreise bzw. den Weg ins Zelt zu machen. Der Abschied ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn morgen geht es auch für den Rest des Zeltlagers wieder nach Hause. 

“Nach Hause – dorthin wollen wir heute”, denken sich alle am Sonntagmorgen. Doch bis es so weit ist, ist noch einiges zu tun. Die Zelte müssen abgebaut, das Material aufgeräumt und der Zeltplatz von Müll befreit werden. Nachdem all diese Aufgaben erledigt sind, setzen sich die Kinder zu einer Reflexion zusammen und lassen das Lager Revue passieren. Was hat mit gut gefallen? Gibt es etwas das ich besser machen würde? Was hat mir nicht so gut gefallen? Am Ende sind sich alle einig: Das Zeltlager war toll! 

Nun ist es aber Zeit, sich wieder auf den Weg zum Bahnhof zu machen und die Heimreise anzutreten. In Donauwörth umgestiegen, kommt der Zielbahnhof „Schwabach“ immer näher. Und kaum ist der Zug zum Stehen gekommen, fallen die Kinder ihren Eltern in die Arme.  

Das Zeltlager ist nun fast vorbei. Der Aufräumtag steht noch bevor und auch, wenn das Lager anders verlaufen ist, als anfangs unter dem Motto „Nachts im Pfadfindermuseum“ angekündigt, wird die Woche auf dem Zeltplatz in Tapfheim lange in Erinnerung bleiben.